WIE HUNDE PROBLEME LÖSEN

Verhalten und Kognition

Soziale Intelligenz, Spielkommunikation, Stimmungsübertragung

Dozent: Dr. Ádám Miklósi

Ádám Miklósi ist Verhaltensforscher und Leiter der Abteilung für Ethologie an der Budapester Eötvös Loránd Universität. Unter ihm wurde die weltweit größte Hundeforschungsgruppe aufgebaut: Das "Family Dog Research Project".  Seit 1994 befasst sich die Arbeitsgruppe mit der Erforschung der sozialen Intelligenz und der Domestikation des Hundes im Vergleich zu den geistigen Fähigkeiten von Mensch und Schimpanse, um die verhaltensbezogenen und kognitiven Aspekte der Hund-Mensch-Beziehung zu untersuchen. 2011 ist die deutsche Übersetzung des Buches "Dog Behaviour, Evolution and Cognition" erschienen, in dem er die neusten Erkenntnisse über Evolution, Kognition und Verhalten der Hunde zusammenfasst und einen Ausblick auf das zukünftige Zusammenleben von Mensch und Hund gibt. Dr. Miklósi ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein gefragter Referent, der unterhaltsam vorträgt und sehr gut Deutsch spricht.

Dozent: Priv. Doz. Dr. Udo Gansloßer

Udo Gansloßer ist Privatdozent für Zoologie an der Universität Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena. Er führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch und betreut zunehmend Forschungsprojekte über Hunde, seien es Haus- oder Wildhundeartige, wobei es vor allem um Fragen von Sozialbeziehungen und sozialen Mechanismen geht. Udo Gansloßer ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge, bei denen er immer auf spannende und verständliche Weise aus biologischer Sicht referiert.

Programm: Theorie-Seminar

Verhalten und Kognition

Denken – oder lateinisch „Kognition“ ist ein umstrittenes Konzept in der Verhaltensbiologie. Das Problem ist noch komplizierter im Falle des Hundes, denn häufig berichtete man ohne wissenschaftliche Beweise über „sprechende“, „lesende“ oder „zählende“ Hunde. In den meisten Fällen konnte man aber diese Fähigkeiten nach gründlichen Untersuchungen nicht mehr dem Hund zuschreiben. In diesem Seminar werden wir über die modernen Forschungsergebnisse von den letzten Jahren sprechen, wobei sich herausstellt, dass die Hunde während der Interaktion mit der Umwelt komplexe Denkprozesse zeigen. Dabei ist es oft sinnvoll, dass man zwischen der physischen (ökologische) und der sozialen Umwelt unterscheidet. Wir könnten annehmen, dass Hunde den Wölfen ähnlich kognitive Leistung zeigen, wenn es um ihre Problemlösungsfähigkeiten in physischer (ökologische) Umwelt geht. Doch im Verhältnis zur sozialen Umwelt können große Unterschiede auftreten. Es wird veranschaulicht, wie sich Hunde im Raum orientieren und Objekte geistig repräsentieren und wie sie unterschiedliche physische Probleme lösen. Wir werden auch probieren solche Konzepte, wie z. B. Selbsterkennung oder Wunschvorstellungen zu objektivieren und zeigen, wie man solche Fähigkeiten bei Hunden erforschen kann.

Soziale Intelligenz, Spielkommunikation, Stimmungsübertragung

Auch im Bereich des sozialen Zusammenlebens spielen kognitive Prozesse eine Rolle. Kognition wird ja im allgemeinen so definiert, dass ein Lebewesen im Gehirn eine sog. innere Repräsentation verschiedener Situationen, Sozialpartner oder Gebiete hat und zwischen diesen durch "rein geistige Leistung", also gewissermaßen "gedanklich", Verknüpfungen herstellen kann. Im sozialen Bereich gehören dazu in Bezug auf Hundeartige etwa

  • die Kommunikation über Spielabsichten ("alles nur Spiel") oder
  • die Erkenntnis der Glaub(un)würdigkeit  ("wer einmal lügt, dem glaubt man, irgendwann eben nicht mehr") oder
  • die Stimmungseinschätzung ("dem geht´s gerade dreckig, um den muss ich mich kümmern") u.v.a.m.

Zu diesen Erkenntisfähigkeiten werden wir Beispiele aus neueren und klassischen Studien vergleichen.

Zielgruppe: ANERKANNT BEI TÄK

Hauptzielgruppe sind Trainer und Verhaltensberater. Willkommen sind aber auch andere Berufsgruppen und interessierte Hundehalter, die sich intensiver mit der Thematik beschäftigen möchten. Grundkenntnisse sind von Vorteil. Die Veranstaltung wird von den Tierärztekammern NS und SH als Fortbildungsveranstaltung für zertifizierte HundetrainerInnen mit voraussichtlich 11 Fortbildungsstunden anerkannt. Hinweis: Die Anerkennung von SH liegt bereits vor.

Allgemeine Hinweise: TN nur noch OHNE Hunde möglich!

Die TN-zahl ist zunächst auf 50 Personen begrenzt. Hunde, die begleitend mit dabei sein sollen, sind im Anmeldeformular unbedingt mit anzugeben. Die Veranstalterin behält sich vor, das Mitbringen von Hunden den Gegebenheiten entsprechend zu limitieren. Die Hunde können, sofern sie den Seminarablauf nicht stören, in den Seminarraum mitgebracht werden. Kleine Spaziergehmöglichkeiten in den Pausen sind in der direkten Umgebung vorhanden.

Veranstaltungsort: Raum Melle / Osnabrück
Der genaue Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Termin: 09./10. März 2019

Samstag/Sonntag

Uhrzeit: 10:00 Uhr – 17:00 Uhr / 09:00 Uhr - 16:00 Uhr

Inkl. kleiner Pausen und einer Mittagspause von ca. 1 Std.

Teilnahmegebühr: Gebühr inkl. 19% USt
195,- EUR (inkl. Tagesverpflegung) - Frühbucher bis 31. Juli 2018

235,- EUR (inkl. Tagesverpflegung)

Verpflegung: Bewirtung

Die Tagesverpflegung beinhaltet einen Mittagsimbiss (Suppe, auch für Vegetarier), Kaltgetränk (Wasser) und in den kleinen Pausen Kaffee/Tee mit Gebäck. Weitere Getränke sind als Selbstzahler zu leisten.

Ein paar Buchtipps: